Wenn die Trauben reif sind und im Weinberg wieder überall fleißige Hände zu sehen sind, beginnt eine der spannendsten Zeiten des Weinjahres: die Weinlese. Wochen und Monate wurde auf diesen Moment hingearbeitet. Jetzt zeigt sich, was der Jahrgang mit sich bringt.
Wir waren bei der Weinlese dabei und haben gemeinsam mit Robert einen Blick hinter die Kulissen geworfen.
Der richtige Zeitpunkt entscheidet
Wann die Trauben gelesen werden, wird nicht einfach nach Kalender entschieden. Die Winzerinnen und Winzer beobachten ihre Weinberge genau und kontrollieren regelmäßig, wie sich die Trauben entwickeln.
Dabei spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. Wie reif sind die Beeren; Zucker und Säure; Gesundheit der Trauben. Und natürlich hat auch das Wetter einen entscheidenden Einfluss.
Erst wenn alles zusammenpasst, fällt die Entscheidung: Jetzt wird gelesen.
Handarbeit zwischen den Reben
Bei der Handlese geht es mit Schere, Handschuhen und Eimer in die Rebzeilen. Traube für Traube wird abgeschnitten und dabei direkt kontrolliert.
Denn nicht jede Beere soll später auch in der Kelter landen. Beschädigte oder nicht optimale Beeren können bereits bei der Lese aussortiert werden. Gerade hier zeigt sich, wie viel Erfahrung und Aufmerksamkeit in der Weinlese stecken.
Und je nach Lage kann die Arbeit ganz schön anstrengend werden. Besonders in steilen Weinbergen ist jeder gefüllte Eimer mit viel Handarbeit verbunden.
Gemeinsam geht es voran
Was bei der Weinlese besonders auffällt: Hier zählt Teamarbeit. Während die einen die Trauben schneiden, kümmern sich andere um den Transport der vollen Behälter. Die gelesenen Trauben werden gesammelt und anschließend möglichst schnell zur weiteren Verarbeitung gebracht.
Dabei entsteht eine ganz besondere Stimmung im Weinberg. Alle packen mit an und am Ende des Tages sieht man, was gemeinsam geschafft wurde.
Eine ordentliche Stärkung darf natürlich ebenfalls nicht fehlen. Und was könnte in Württemberg besser passen als Maultaschen mit Kartoffelsalat?
Von der Traube zum Most
Mit der Lese ist die Arbeit noch lange nicht vorbei. Für die Trauben geht es anschließend weiter zur Kelter.
Dort beginnt der nächste wichtige Schritt auf dem Weg zum Wein. Je nach Rebsorte und gewünschtem Weinstil werden die Trauben unterschiedlich verarbeitet. Bei Weißwein werden die Trauben in der Regel gepresst und der dabei gewonnene Most anschließend weiterverarbeitet.
Dann übernimmt nach und nach der Keller. Die Gärung beginnt und aus dem Traubenmost entwickelt sich langsam der neue Wein.
Weinlese bedeutet mehr als nur Trauben ernten
Wer einmal selbst bei einer Weinlese dabei war, merkt schnell, wie viel Arbeit hinter einer einzigen Flasche Wein steckt. Von der Pflege der Reben über die Entscheidung für den richtigen Lesezeitpunkt bis zur sorgfältigen Auswahl der Trauben greifen viele einzelne Schritte ineinander.
Genau das macht den Weinherbst in Württemberg so besonders: In den Weinbergen herrscht Hochbetrieb, die Keller füllen sich und ein neuer Jahrgang nimmt langsam Gestalt an.
Und während draußen die letzten Trauben gelesen werden, beginnt drinnen schon das nächste Kapitel ihrer Reise.
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Veröffentlicht am 06.10.2026.










