Württemberg ist für seine Rotweine bekannt. Doch wer genauer hinschaut, entdeckt zwischen Trollinger, Lemberger und Co. auch eine ganze Reihe spannender Weißweinsorten.
Eine davon ist der Weißburgunder. Eine Rebsorte mit langer Geschichte, feinem Charakter und erstaunlich vielen Facetten.
Ein echter Burgunder mit langer Geschichte
Der Weißburgunder gehört zur großen Familie der Burgundersorten und blickt auf eine jahrhundertealte Geschichte zurück. Nachweislich bekannt ist die Rebsorte bereits seit dem 14. Jahrhundert. International begegnet sie uns auch unter den Namen Pinot Blanc in Frankreich oder Pinot Bianco in Italien. Besonders spannend ist ihre Entstehung: Als ursprüngliche Burgundersorte gilt der Blaue Burgunder beziehungsweise Pinot Noir. Aus ihm entwickelte sich durch natürliche Mutation zunächst der Grauburgunder. Der Weißburgunder wiederum entstand als weitere Mutation aus dieser Burgunderfamilie. Im Weinberg sehen sich die verschiedenen Burgundersorten lange erstaunlich ähnlich. Erst mit zunehmender Reife werden die Unterschiede bei der Färbung der Trauben deutlich.
Fast zum Verwechseln ähnlich
Nicht nur innerhalb der Burgunderfamilie gibt es Ähnlichkeiten. Auch mit Chardonnay wurde der Weißburgunder lange Zeit verwechselt. Die Rebstöcke sind sich optisch so ähnlich, dass beide Sorten früher teilweise gemeinsam kultiviert wurden. Erst mit der genaueren Beschäftigung mit den Rebsorten wurden die Unterschiede immer deutlicher. Heute ist klar: Weißburgunder besitzt seinen ganz eigenen Charakter.
Was macht Weißburgunder aus?
Im Glas zeigt sich Weißburgunder meist hellgelb und eher zurückhaltend. Typisch sind feine Fruchtnoten, die beispielsweise an Apfel, Birne, Zitrusfrüchte oder Aprikose erinnern können. Dazu kommen häufig leicht nussige Anklänge. Gerade seine ausgewogene Säure und sein meist nicht zu schwerer Körper machen ihn besonders vielseitig. Je nach Ausbau kann Weißburgunder vom leichten und frischen Wein bis hin zu kräftigeren Varianten aus dem Holzfass reichen. Genau deshalb ist er auch ein beliebter Begleiter zum Essen. Besonders gut harmoniert er beispielsweise mit Fisch, Geflügel, Kalbfleisch oder Meeresfrüchten. Ein gut gekühlter Weißburgunder funktioniert aber genauso gut ganz für sich an einem entspannten Abend.
Eine Rebsorte, die Wärme mag
Auch im Weinberg hat der Weißburgunder gewisse Ansprüche. Die Reben bevorzugen warme Lagen sowie möglichst tiefgründige und kräftige Böden. Gleichzeitig können die Trauben vergleichsweise lange reifen. Damit findet die Sorte auch in Deutschland gute Bedingungen. Inzwischen gehört Deutschland sogar zu den weltweit bedeutenden Anbauländern für Weißburgunder. Die Rebfläche ist hierzulande in den vergangenen Jahrzehnten deutlich gewachsen.

Weißburgunder in Württemberg
Auch wenn Württemberg traditionell häufig mit Rotwein verbunden wird, gehören weiße Rebsorten genauso zur Vielfalt der Region. Der Weißburgunder zeigt besonders schön, wie unterschiedlich Württemberger Wein sein kann: mal frisch und leicht, mal etwas kräftiger und komplexer, dabei aber fast immer angenehm vielseitig. Die unterschiedlichen Böden, Lagen und Ausbaumethoden sorgen dafür, dass Winzerinnen und Winzer ganz verschiedene Seiten der Rebsorte zeigen können. Damit ist der Weißburgunder längst auch in Württemberg zuhause.
Ein echter Allrounder im Glas
Vielleicht liegt genau darin der besondere Reiz des Weißburgunders. Er drängt sich nicht in den Vordergrund und kann trotzdem überraschen. Als unkomplizierter Begleiter zum Essen, als Wein für einen sommerlichen Abend oder in einer etwas kräftigeren Variante: Weißburgunder kann viele unterschiedliche Genussmomente begleiten. Und damit beweist die Rebsorte einmal mehr: Württemberg kann nicht nur Rot.
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Veröffentlicht am 30.09.2026.






