Wie entsteht eigentlich ein neuer Weinjahrgang? Im Weinherbst zeigt sich, worauf die Winzerinnen und Winzer das ganze Jahr hingearbeitet haben.
Diesen Moment kennen Weinmacherinnen und Weinmacher ganz genau: Nach vielen Monaten voller Arbeit im Weinberg ist es endlich so weit: die Trauben sind reif und die Weinlese beginnt. Der Weinherbst gehört zu den wichtigsten und gleichzeitig spannendsten Zeiten des gesamten Weinjahres.
Doch woher weiß man eigentlich, wann eine Traube wirklich bereit für die Lese ist? Und was passiert anschließend mit ihr? Heute werfen wir einen Blick hinter die Kulissen des Weinherbsts in Württemberg.
Weinherbst: der Höhepunkt eines ganzen Weinjahres
Bis die ersten Trauben gelesen werden können, ist bereits einiges passiert. Über das ganze Jahr hinweg werden die Reben gepflegt, geschnitten und beobachtet. Wetter, Temperaturen und Niederschläge beeinflussen dabei, wie sich die Trauben entwickeln.
Im Spätsommer und Herbst wird es dann besonders spannend. Jetzt entscheidet sich, wann der richtige Zeitpunkt für die Weinlese gekommen ist.
Denn einfach nach Kalender geerntet wird nicht. Die Weinmacherinnen und Weinmacher beobachten die Trauben ganz genau und prüfen unter anderem ihre Reife und ihren Geschmack.
Wann ist eine Traube eigentlich reif?
Ob eine Traube gelesen werden kann, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Eine wichtige Rolle spielen beispielsweise der Zuckergehalt, die Säure und natürlich der Geschmack der Beeren. Doch auch die jeweilige Rebsorte und der gewünschte Wein spielen eine Rolle. Nicht jede Traube wird deshalb zur gleichen Zeit geerntet. Gerade in den Wochen vor der Lese heißt es daher immer wieder: in den Weinberg gehen, Trauben probieren und ihre Entwicklung beobachten. Denn manchmal können schon wenige Tage einen Unterschied machen.
Jetzt herrscht Hochbetrieb im Weinberg
Wenn der richtige Zeitpunkt gekommen ist, beginnt die eigentliche Weinlese. Und damit eine besonders arbeitsreiche Zeit. Je nach Weinberg und Rebsorte werden die Trauben von Hand oder maschinell gelesen. Besonders bei der Handlese ist viel Aufmerksamkeit gefragt. Die Trauben werden direkt am Rebstock betrachtet und sorgfältig ausgewählt. Auch das Wetter spielt während der Lese weiterhin eine wichtige Rolle. Schließlich sollen die Trauben möglichst in einem optimalen Zustand im Weinkeller ankommen. Für die Weinmacherinnen und Weinmacher bedeutet der Weinherbst deshalb oft lange Tage – und gleichzeitig einen der schönsten Momente des Jahres. Schließlich zeigt sich jetzt, was aus der Arbeit der vergangenen Monate geworden ist.
Von der Traube zum neuen Jahrgang
Nach der Lese geht die Arbeit direkt weiter. Die Trauben werden in den Keller gebracht und dort verarbeitet. Wie genau das passiert, hängt unter anderem davon ab, welcher Wein daraus entstehen soll. Weißwein, Rotwein oder Rosé benötigen unterschiedliche Arbeitsschritte. Fest steht jedoch: Die Grundlage für einen guten Wein entsteht schon lange vor der Arbeit im Keller. Denn die Qualität der Trauben wird maßgeblich durch die Arbeit im Weinberg bestimmt.
Ein besonderer Moment in der Weinheimat Württemberg
Der Weinherbst ist also viel mehr als nur die Ernte der Trauben. Er bildet den Abschluss eines ganzen Jahres im Weinberg und gleichzeitig den Anfang eines neuen Jahrgangs. Gerade jetzt kann man in Württemberg besonders gut erleben, wie eng Wein, Landschaft und die Menschen hinter den Weinen miteinander verbunden sind. Und zwischen bunt gefärbten Weinbergen, vollen Trauben und geschäftigem Treiben wird schnell deutlich, wie viel Erfahrung und Leidenschaft in einem einzigen Glas Wein stecken. Das Wichtigste zum Schluss: Der Weinherbst zeigt, dass Wein nicht erst im Glas beginnt. Seine Geschichte startet draußen im Weinberg – lange bevor wir den ersten Schluck genießen. 🍇🍷
Immer aktuell informiert über spannende Themen aus der Weinheimat Württemberg – heute eine Echt Württemberger Weinmacherin – im Echt Württemberger Blog.
Veröffentlicht am 02.09.2026.






