Trauben schneiden, Eimer tragen, gemeinsam anpacken und am Ende frisch gepressten Traubensaft probieren: Bei meiner ersten Weinlese durfte ich erleben, wie viel Arbeit, Gemeinschaft und echtes Handwerk in einer einzigen Traube stecken. Ein Tag mitten im Württemberger Weinherbst, der definitiv auf jede Bucket List gehört.
Morgens geht es direkt in den Weinberg
Der Tag beginnt früh und ziemlich frisch. Also erstmal: Pulli an! Nach einer kurzen Einweisung heißt es dann Schere, Handschuhe und Eimer schnappen und ab in den Weinberg.
Und zwar nicht irgendwohin, sondern direkt in den Steilhang. Hier merkt man ziemlich schnell, dass Weinlese echte Handarbeit ist. Es geht den Hang hinauf und hinunter, die Eimer füllen sich nach und nach und jede einzelne Traube wird genau angeschaut.
Denn bei der Lese geht es nicht einfach nur darum, möglichst viele Trauben abzuschneiden. Der richtige Lesezeitpunkt und die Qualität der Trauben spielen eine entscheidende Rolle. Vor und während der Lese wird deshalb unter anderem auf Reife und Gesundheit der Trauben geachtet.
Heute im Eimer: Silvaner
An diesem Tag wurde Silvaner gelesen. Eine traditionsreiche Weißweinsorte, die bereits seit mehr als 350 Jahren in Deutschland angebaut wird. Silvaner kann je nach Standort und Ausbau ganz unterschiedliche Weine hervorbringen und gilt als Rebsorte, die die Eigenschaften ihres Standorts besonders gut widerspiegeln kann. Typisch sind eher feine, zurückhaltende Geschmacksnoten sowie eine meist milde Säure.
Bei der Handlese werden die Trauben direkt im Weinberg genau betrachtet. Sind einzelne Beeren nicht in Ordnung, können sie entfernt werden. Danach wandern die gelesenen Trauben in die Eimer und werden gesammelt.
Bei uns ging es anschließend mit dem Traktor weiter: Die Trauben wurden auf einen Anhänger geladen und machten sich auf den Weg zur nächsten Station.
Weinlese bedeutet Teamwork
Was bei diesem Tag besonders hängen geblieben ist: Bei der Weinlese packen alle gemeinsam an.
Während die einen schneiden, tragen die anderen die vollen Eimer weiter. Es wird gerufen, gelacht, geholfen und gemeinsam gearbeitet. Gerade im Steilhang merkt man schnell, wie wichtig ein eingespieltes Team ist.
Und nach einigen Stunden im Weinberg ist eine Stärkung natürlich mehr als verdient. Was könnte im Schwabenländle besser passen als Maultaschen mit Kartoffelsalat?
Was passiert nach der Weinlese mit den Trauben?
Nach der Arbeit im Weinberg ging es für uns noch weiter zur Weinpresse im Nachbarort. Denn mit der Lese ist die Arbeit natürlich noch lange nicht vorbei.
Bei der klassischen Weißweinbereitung werden die Trauben nach der Lese verarbeitet und anschließend gepresst. Dabei wird der Saft, der sogenannte Most, gewonnen. Dieser bildet die Grundlage für die weitere Weinbereitung.
Besonders spannend war es, diesen Schritt direkt nach der Arbeit im Weinberg zu sehen. Gerade eben lagen die Trauben noch am Rebstock und kurze Zeit später fließt bereits der frisch gepresste Traubensaft aus der Presse.
Natürlich musste der auch direkt probiert werden. Gemeinsam mit Robert gab es zum Abschluss ein Glas frisch gepressten Saft. Und der war vor allem eines: richtig süß!
Ein Tag, der zeigt, wie viel Arbeit in einer Flasche Wein steckt
Wer eine Weinlese einmal selbst erlebt hat, schaut danach wahrscheinlich ein bisschen anders auf ein Glas Wein.
Von der Auswahl der Trauben über die Arbeit im Weinberg bis hin zum Pressen sind viele einzelne Schritte nötig. Vor allem aber sind es die Menschen, die gemeinsam dafür sorgen, dass die Trauben zum richtigen Zeitpunkt gelesen und weiterverarbeitet werden.
Für mich war die erste Weinlese deshalb nicht nur spannend, sondern vor allem ein richtig schönes Erlebnis mitten im Württemberger Weinherbst.
Mein Fazit: Einmal selbst bei einer Weinlese dabei sein? Unbedingt auf die Bucket List schreiben!
Und genau das macht diese Jahreszeit in Württemberg so besonders. 🍇🍂
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Veröffentlicht am 19.09.2026.












